Bayer Diabetes Traumpreis 2009 - Preisverleihung

Mit Diabetes ist (fast) alles möglich
Wenn der 13. des Monats auf einen Freitag fällt, bleiben vorsichtige Naturen lieber zuhause. Dass der Dreizehnte aber durchaus auch ein Glückstag sein kann, zeigten Fleur Kläger, Linda Heiler und Raffael Giovanoli: Die drei Gewinner des Bayer Diabetes Care Traumpreises durften am 13. November in Zürich ihre Preise in Empfang nehmen. Sie hatten mit der Beschreibung ihres Traumes die Jury überzeugt und erzählten von ausführlich von ihren Ängsten, Träumen und Errungenschaften. Es zeigte sich einmal mehr: Diabetes kann eine Last sein – trotzdem ist auch mit Diabetes (fast) alles möglich.
Drei Träume, drei Schicksale, drei Leben. Anlässlich der kleinen Feier zur Preisübergabe des Bayer Diabetes Care Traumpreises fanden sich die Gewinner des Preises mit ihren Angehörigen in Zürich ein. Nach einer kurzen Einführung durch Walter Bechtiger, Leiter des Diabetes Care-Teams, kam der lang erwartete Moment: Symbolisch erhielten Raffael Giovanoli, Fleur Kläger und Linda Heiler ihren Preis zur Verwirklichung ihres Traumes. Diese konnten unterschiedlicher nicht sein: Vom dreimonatigen Aufenthalt in einem taoistischen Kloster in Zentralchina über das Training eines Diabetes-Hundes bis zum ersehnten Treffen mit dem grossen Vorbild im Springreiten erfüllen sich die drei Gewinner einen Traum – trotz Diabetes. Wie unterschiedlich nicht nur die Träume, sondern auch das individuelle Leben mit Diabetes ist, wurde in der nachfolgenden Diskussion deutlich.

Fleur Kläger, die mit ihrem Hund Jill den Hauptpreis von 6000.- gewann, erzählte ausführlich von ihrem Umgang mit Diabetes. Dass sie erst mit
22 Jahren diagnostiziert wurde und Mühe hatte, sich an die Regelmässigkeiten zu halten und stets mit der Angst vor einer Hypoglykämie lebte. Der Zufall wollte es, dass sie von einer Hundeschule in Deutschland erfuhr, die Diabetiker-Hunde ausbildet.
Und der Zufall wollte es, dass ihr Australian Shepherd Jill eine ausgesprochen gute Nase hat und sich perfekt zum Einsatz als ’Diadog’ eignet. Seit Fleur Kläger mit Jill in der Ausbildung ist, hatte sie kein Hypo mehr – Jill warnt sie zuverlässig vor jedem Absinken des Blutzuckers. Eine erstaunliche Gabe der feinen Hundenase, die in diesem Fall hilft, im Alltag Hobby, Hundeliebe und Verrauen zu vereinen. Jill wird wohl bald der erste Schweizer ’Diadog’ sein.

Erstaunliches hatten auch Raffael Giovanoli und seine Mutter zu berichten. Er spüre plötzliche Müdigkeit oder Hitze, wenn etwas mit dem Blutzucker nicht in Ordnung sei, so Raffael. Und seine Mutter bestätigte, dass der 12jährige, aufgeweckte Junge jedes Absinken des Zuckers selbst spüre. Ein schneller Blutzuckertest und etwas Essen, daran habe er sich gewöhnt, so Raffael. Er vertraut dabei, etwas untypisch für sein Alter, auf ein Bayer Breeze2-Gerät, dass normalerweise eher von älteren Menschen gerne genutzt wird. Das Breeze2 sei stabil und müsse ja in der Schule einiges mitmachen, erklärte Raffael lachend. In der Schule gebe es keine Probleme und auch für seine Kollegen sei es völlig normal, dass er ungefähr alle zwei Stunden den Blutzucker messe. Auch beim Springreiten, seinem grossen Hobby, gehöre das Messen dazu. Um das Springreiten dreht sich auch Raffaels Traum: Er möchte gerne mit einem echten Schweizer Springreiter-Profi trainieren. Steve Guerdat heisst sein Vorbild.
Eine echte Herausforderung hatte sich Linda Heiler als Traum ausgesucht. Während drei Monaten meditierte und trainierte sie in einem taoistischen Kloster in Zentralchina – fernab jeglicher Zivilisation, auf sich alleine gestellt, auch was den Diabetes betrifft. Sie habe seit ihrem dreizehnten Lebensjahr Diabetes und es immer als Herausforderung und nie als Einschränkung gesehen, so die 28jährige. Den harten Tagesablauf nahm sie deshalb auch als Herausforderung an: Um fünf Uhr morgens aufstehen, zwei bis drei Stunden meditieren, danach körperliches Kampfsporttraining, am Nachmittag noch mehr Training.
Die Extremsituation habe sie gelehrt, ihren Körper bewusster zu spüren; das gelte auch für den Diabetes. Sie nehme eine drohende Hypoglykämie nun eher wahr, glaubt Linda Heiler. Für ihre Zukunft kann sie sich die Psychologie-Absolventin vorstellen, jungen Diabetikern zu zeigen, wie sie positiv mit Diabetes umgehen können und wie man ihn gut in den Alltag integriert.
Drei Träume, drei Schicksale, drei Leben: Aus eine Preisübergabe wurde eine spannende Diskussion, die eindrücklich zeigte, wie unterschiedlich und individuell Diabetes aufgenommen und verstanden werden kann. Je nach Lebenssituation sehen Diabetiker ihren Diabetes anders: Sie verstehen ihn als Herausforderung, sie integrieren ihn als natürlichen Teil ihres Lebens in ihren Alltag oder sie beschäftigen sich intensiv mit ihm und lernen dadurch, besser damit umzugehen. Dass regelmässiges Blutzuckermessen und, je nach Typ, auch Insulinspritzen mittlerweile nicht mehr beherrschend wirkt, sondern nahtlos integriert ist, bewiesen alle drei Traumpreis-Gewinner. Und natürlich, dass trotz Diabetes vieles möglich ist – unter Umständen mehr, als sich viele Menschen ohne Diabetes zutrauen oder wagen. Entsprechend war der Event für das Diabetes Care-Team nicht nur eine gelungene Preisübergabe, sondern zwei informative und auch unterhaltsame Stunden, die gewiss Themen für weiteren Gesprächsstoff boten – und natürlich einen Bayer Diabetes Care Traumpreis im nächsten Jahr bedingen. Nochmals herzlichen Glückwunsch an die Gewinner!
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